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Gemeinde Zell
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Kirche Zell


Kirche Zell


Beschreibung
Baugeschichte in Kürze
Die Kirche Zell ist bekannt durch ihren um 1320 vollständig ausgemalten Turmchor. Die Fresken des 14. Jahrhunderts zählen zu den bedeutesten ihrer Art in der Nordostschweiz. Auch das Wirken des Komponisten Paul Burkhard, insbesondere mit der "Zäller Wiehnacht", trug zur Bekanntheit der Kirche bei.

Zell, lateinisch "Cella", wurde schriftlich erstmals im November 741 erwähnt. Die älteste, archäologisch nachweisbare Holzkirche wurde wahrscheinlich im 7. Jahrhundert erbaut, gefolgt von der zweiten Kirche, erbaut im 9. oder 10. Jahrhundert. Diese wurde nach einem Brand wieder aufgebaut. Nach neuesten Erkenntnissen ist jedoch dieser Kirchenbau aus dem 9. oder 10. Jahrhundert nicht eindeutig belegbar. Der heute noch erhaltene Turm wurde im Jahr 1320 errichtet und ist vollständig ausgemalt worden. Er ersetzte als Chorturm das Altarhaus der frühmittelalterlichen Kirche. Diese Kirche wurde Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten geweiht. Das Patrozinium wurde erstmals im Jahr 1494 erwähnt.

Das frühmittelalterliche Langhaus wurde 1512 abgerissen und im Zuge des weitverbreiteten Kirchenbaufiebers in den Jahrzehnten vor der Reformation auf der Südseite des bestehenden Turmes neu und grösser erbaut. Trotz verschiedenen Umbau- und Renovationsarbeiten im 17., 18. und 19. Jahrhundert hat sich ihr Erscheinungsbild im Wesentlichen bis heute erhalten. Auch nach tiefgreifenden Umbau- und Ausgrabungsarbeiten von 1958/59 und der Gesamtrenovation von 2002/03 blieb der Eindruck des Kirchengebäudes im Wesentlichen unverändert.

Renovation 1958/59
Während der Renovation von 1958/59 veranlasste die Kantonale Denkmalpflege Grabungen in der Kirche, die den Nachweis eines römischen Gebäudes erbrachten. Auch fand man Spuren einer einräumigen Kirche, die vorsichtig in das 7. Jahrhundert datiert wird. Bedeutungsvoll war die Entdeckung einer an der Südwand liegenden Grabstätte, wahrscheinlich das Grabmal eines Eremiten.

Die Spuren aus römischer und frühchristlicher Zeit wurden zugänglich gemacht über eine Treppe zum Untergeschoss, wo neu auch die WC-Anlagen eingerichtet wurden.

Die auffallendste Veränderung am Äusseren war der Abbruch des zweigeschossigen hölzernen Vorbaus an der Westseite der Kirche. Diese umschloss den Emporenzugang und wich einem offen gehaltenen Pultdach über dem Westportal. Das auf diese Weise neu entstandene äussere Erscheinungsbild prägt auch in starkem Masse den Innenraum.

Markante, unübersehbare Veränderungen im Kirchenschiff waren eine leichter wirkende Empore mit direktem Innenzugang, das Entfernen der alten, historischen Bänke und der umlaufenden circa zwei Meter hohen Wandtäferung, sowie der Stuckdekoration von 1789. Auch die raumfüllende Orgel im Chor wurde ersetzt durch eine neue, moderne Kuhn-Orgel, die auf der Empore ihren neuen Platz fand. Nur die Kanzel und der Taufstein haben als einzige Ausstattungsstücke die radikale Purifizierung überlebt.

1786 stifteten die Besitzer der Mühle Rikon, Untervogt Johann Ulrich und Grafschaftsrichter Hans Jacob Müller die heute noch erhaltene Kanzel und das Kirchenportal. 1789 wurde bei weiteren Umbauarbeiten der heute noch erhaltene Taufstein gesetzt.

Renovation 2002/03
Nach über 40 Jahren seit der letzten Renovation war die Zeit reif, die veralteten, zum Teil maroden technischen Installationen zu ersetzen, um so den neuen technischen Anforderungen und Vorschriften gerecht zu werden. Nach ersten Gesprächen im Jahr 2000 mit dem Zürcher Architekten Peter Fässler bewilligten die Stimmbürger 2002 das erarbeitete Renovationsprojekt.

Das Entree wurde wesentlich vergrössert und mit einer Glaswand zum Kirchenschiff abgetrennt. Die Kirche erscheint nun heller, freundlicher und grösser. Die gesamten Elektro- und Akustikinstallationen sowie die sanitären Anlagen wurden den heutigen Bedürfnissen angepasst. Die Kunstverglasung wurde restauriert und mit einer Isolierdoppelverglasung von aussen geschützt, die Raumdecke nach oben isoliert.

Die Ausgrabungen im Untergeschoss wurden gereinigt und die verschiedenen Bauepochen beschriftet. Drei Schautafeln gehen auf den römischen Ursprung und die geschichtliche Entwicklung der Kirche ein. Innen und Aussen wurde die Kirche neu verputzt und mit hellen, freundlichen Farben gestrichen.

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