Musikalische Biographie
Paul Burkhard - Zürcher Kompinist mit Welterfolg

Der Welthit „O mein Papa“, das musikalische Theaterstück „Feuerwerk“ und das Kinder-Oratorium „D Zäller Wiehnacht“ sind Paul Burkhards grösste Erfolge, die noch immer regelmässig gespielt werden.

Schon als Bub im Vorschulalter gab der im Zürcher Seefeld Geborene erste Konzerte im häuslichen Kreise; er galt als Wunderkind, das denn auch vorzeitig das Konservatorium besuchen konnte. Er war ein hervorragender Pianist und hätte in diesem Beruf ebenfalls Karriere machen können – Rolf Liebermann bescheinigte ihm „einen zarten, feinen Anschlag, wie man ihn nur selten hört“. Doch der junge Burkhard entschloss sich, Korrepetitor am Berner Stadttheater
zu werden und komponierte ab Mitte der 30er-Jahre mehrere erfolgreiche Operetten.

1939 wurde er Hauskomponist am Zürcher Schauspielhaus und im selben Jahr schrieb er das Mundart-Musikwerk „Der schwarze Hecht“, das ab 1950 in der hochdeutschen Neufassung als „Feuerwerk“ zu einem internationalen Erfolg und mit Lilli Palmer verfilmt wurde. „Feuerwerk“ gilt im gesamten deutschsprachigen Raum bis heute als eines der beliebtesten musikalischen Lustspiele. Das „Hecht/Feuerwerk“-Chanson „O mein Papa“ machte die Sängerin Lys Assia berühmt und wurde mit einiger Verzögerung ab 1954 zum Welthit, der bis heute
in weit über 1000 verschiedenen Versionen vorliegt.

1945 übernahm Paul Burkhard als Dirigent das Radio-Sinfonieorchester Beromünster. Der „Feuerwerk“-Erfolg ermöglichte ihm in den 50er-Jahren den Sprung ins freie Kunstschaffen. „Die Kleine Niederdorf-Oper“ (1951) mit Ruedi Walter in der Hauptrolle des Bäuerleins, das sein Kalb verkauft hat und sein Geld im Sündenpfuhl Zürich wieder verliert, wurde zu einem Schweizer Musical-Klassiker.

Für „Frank V.“, die gesellschaftskritische Oper einer Privatbank, arbeitete Burkhard 1959 mit dem Dramatiker Friedrich Dürrenmatt zusammen. Mit mehreren Kinder-Oratorien setzte der Komponist Massstäbe im Schultheater-schaffen: Obwohl für Schweizer Dorfschüler konzipiert, gelang ihm 1960 mit der „D Zäller Wiehnacht“ ein Welterfolg, der bis heute anhält. Mit seinen späteren kammermusikalischen und religiösen Werken sowie mit seinem letzten Musical „Regenbogen“ konnte Paul Burkhard nicht mehr an seine Grosserfolge anknüpfen.

„Geniesse den Augenblick...“: Dieses Lied aus seiner 1947 in Zürich uraufgeführten Operette „Tic-Tac“ spielte der Komponist Paul Burkhard all seinen Freunden vor, die ihn in den letzten Wochen seiner schweren Krankheit in Zell besuchten. Burkhard hatte seine Situation niemandem verschwiegen und sich von allen, die ihn kannten, in persönlichen Briefen verabschiedet.

Zeittafel Paul Burkhard 1911 - 1977
1911 geboren 21. Dezember in Zürich
1930 Matura
1932 Konservatoriumsabschluss, Engagement am Berner Stadttheater
1935 "Hopsa", Operette
1936 "3xGeorges", Operette
1937 Berlin-Aufenthalt
1938 "Das Paradies der Frauen", Operette
1939 1. April: "Der schwarze Hecht", Operette,
1939 ab 1. September Hauskomponist am Zürcher Schauspielhaus
1944 "Casanova in der Schweiz", Oper
1945 - 1959 Dirigent des Radio-Sinfonieorchesters Beromünster
1947 "Tic-Tac", Operette
1948 "Der schwarze Hecht", Wiederaufführung
1950 "Feuerwerk" (hochdeutsche "Hecht"-Fassung
1951 "Die kleine Niederdorf-Oper", Musical
1954 "Oh mein Papa" wird zum Welthit
1956 "Spiegel, das Kätzchen"
1959 freier Komponist, Hausbau in Zell, "Frank V.", Oper
1960 "D'Zäller Wiehnacht"
1961 "Barbasuk", Operette
1962 "Die Dame mit der Brille", Operette
1964 "De Zäller Josef"
1965 "Bunbury", komische Oper
1966 "Noah", Musical
1968 Gottesdienstmusiken, Kinder- und Jugendmessen
1969 "D'Zäller Glichnis"
1970 "Ein Stern geht auf aus Jaakob", Oper
1972 "D'Zäller Ooschtere"
1973 "Freu dich mit uns, Jona", Musical
1974 "Ding-Dang-Dinglikon", Festspiel-Musical
1975 "Fünf Gesänge für die Byzantinische Liturgie
1976 "Sieben Stufen des Lebens", Kammermusik
1977 "Regenbogen", Musical
1977 Paul Burkhard stirbt am 6. September in Zell
Paul Burkhard